in Apps, Digital Detox, iPhone

Digital Detox ist nun schon länger ein Thema das mich sehr beschäftigt. Durch meine Arbeit als App-Entwickler liegt es in der Natur der Dinge, dass ich Tag für Tag nicht nur mit mehreren Laptops, sondern auch mit mehreren Smartphones interagiere. Doch wann wird es zuviel?

Immer auf der Suche nach der Antwort auf einige Fragen, unter anderem:

  • Ist diese App nun gut oder schlecht?
  • Sind die Apps an denen ich aktuell arbeite gut oder schlecht?
  • Wann ist eine App gut?
  • Wann ist eine App schlecht?
  • Wie stellt sich Apple sein Ökosystem vor?
  • Was wäre, wenn Android Nutzer mit diesen Apps interagieren?

Der Fokus liegt also ganz klar darauf, Smartphone Apps, oder etwas mehr aus der Vogelperspektive betrachtet, Smartphones im Allgemeinen zu verstehen, ihre Nutzer zu verstehen, den Hersteller zu verstehen und daraus die bestmögliche Erfahrung zu bauen.

Welche Apps generieren wirklichen Mehrwert?

Digital Detox ist ein natürlicher Teil dieses Prozesses.

Welche Elemente einer App sind suchterregend, bzw. fallen bereits unter den Kontext des „Addiction Engineering„?

Wieviele Notifications sind in Ordnung?

Welche Indikatoren sollen dem User angezeigt werden, damit er nicht zu lange oder eben sehr lange in der App bleibt?

Wie lässt sich der User dazu animieren, die App erneut zu öffnen?

Alle diese Fragen nutze ich ebenfalls, um meine eigenen Smartphone-Nutzung stärker zu reflektieren.

Welche Apps generieren wirklichen Mehrwert?

Habe ich diese Apps habe nur aus Bequemlichkeit installiert?

Wieviele Apps sind auf meinem iPhone hinterlegt, allerdings habe ich sie noch nie geöffnet?

Welche Apps habe ich installiert, weil es „eben auch ne iPhone App gibt“, tatsächlich nutze ich diese Software / Service nur am Mac / Linux-Rechner?

Verleitet mich diese App dazu mein iPhone in die Hand zu nehmen, „triggert“ sie mich?

Erfreulicherweise hat Apple mit dem iOS Feature „Bildschirmzeit“ oberflächliche Messmöglichkeiten eingeführt, um das eigene Verhalten besser bewerten zu können. Hier ein Screenshot meiner Bildschirmzeit:

BildschirmzeitDurchschnittliche 54 Aktivierungen pro Tag, das bedeutet ich nehme mein Smartphone jeden Tag 50 Mal in die Hand. Ungeachtet der aktuellen technologischen und gesellschaftlichen Entwicklung dieses Verhalten durchaus als „Normal“ zu betrachten, sind mir persönlich diese Werte nach wie vor zu hoch.

Doch was tun?

Ich bin großer Fan der Website theMinimalists bzw. deren Podcast. Zusammengefasst könnte man die Ideen, die Joshua und Ryan dort diskutieren in zwei Zitaten zusammenfassen:

Use things and love people – because the opposite never works.

Does it truly create value in your life? If not, get rid of it. The essence of minimalism isn’t owning less, but owning deliberately.

Man kann zu diesen Leitsätzen stehen wie man will, allerdings gefällt mir die Idee den Ansatz der Minimalismus-Interpretation der beiden Amerikaner auf meine Smartphone-Nutzung anzuwenden.

  • Brauche ich diese App wirklich? Wann hatte ich sie zuletzt auf?
  • Hatte ich nur diesen einen Anwendungsfall und nun befindet sich eine „App-Leiche“ auf meinem iPhone?
  • Welchen Mehrwert generiert diese App eigentlich?
  • Schadet mir diese App nicht implizit mehr, als das sie nutzen bringt?

Ich habe die letzten 4 Wochen mein Nutzungsverhalten etwas stärker unter die Lupe genommen und Apps die bestimmte Kriterien nicht erfüllen von meinem Gerät entfernt.

Das Resultat:

Bild 2 2048x986 - iPhone entrümpeln: Hirn und Speicherplatz freischaufelnVon über 100 Apps habe ich meinen Homescreen auf die zwanzig Apps reduzieren können, die für mich im täglichen Leben relevant sind.

Und wie bei einer Entrümpelung des Kellers fühle ich mich nicht nur freier und weniger dazu genötigt die Dinge zu benutzen, die mir ins Auge fallen, ich habe auch den verbrauchten Speicherplatz auf meinem Handy signifikant reduzieren können.

Vor allem die Entfernung von Apps die meine Aufmerksamkeit stark binden – Bye Bye Slack 👋🏻 – hat meine Smartphone-Nutzung drastisch reduziert.

Ich vermisse diese Apps nicht. Ich verpasse die eine oder andere Information, habe allerdings nicht das Gefühl besonderen Schaden davon getragen zu haben.

Was sind eure Gedanken zu diesem Thema?

Seid ihr Smartphone süchtig?

Würde auch euch eine „Entrümpelung“ des Smartphones gut tun?

Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

 

Flo

5 (100%) 1 vote

Hinterlasse deine Meinung!

Kommentar